Tja, den Juli habe ich mir bisher etwas anders vorgestellt. Aus einem "heißen Juli", wie ich es vor ein paar Wochen angekündigt hatte, ist bisher nicht einmal ein lauwarmer Monat übrig geblieben. Die Absage vom TriStar Berlin hat mich hart getroffen, denn Flug und Hotel sind bereits gebucht. Wie schon berichtet werden wir einen Städtetripp daraus machen. Durch das ganze hin und her und der stressigen Zeit im Job, habe ich mich dann auch entschieden in Zürich nicht an den Start zu gehen. Zusätzlich laboriere ich seit über zwei Wochen an einer Entzündung meiner linken Achillessehne, wodurch ich seit über einer Woche keine einzige Laufeinheit mehr absolviert habe. Massage und Physiotherapie haben zwar angesprochen, doch spüre ich die Sehne immer noch bei jedem Schritt.
Was musste ich gestern auf der TriStar Homepage lesen! Der TriStar 111 Berlin wurde abgesagt und auf 2012 verschoben.
Die Entscheidung, die Veranstaltung in das kommende Jahr zu verlegen, basiert auf organisatorischen Überlegungen und wurde in Abstimmung mit den zuständigen Behörden getroffen. Auf Grund der sehr kurzfristigen Terminbekanntgabe der Veranstaltung (Mitte April) wird die angestrebte Starterzahl nicht erreicht werden, die mehrstündige Straßensperrungen und aufwändige Aufbauten rechtfertigt – sowohl gegenüber den Behörden als auch gegenüber den davon betroffenen Berliner Bürgern. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, die Veranstaltung im Einklang mit allen Partnern und unter optimalen Bedingungen für die Athleten umzusetzen.
Das schlimme daran ist, dass ich meine komplette Planung auf dieses Event ausgelegt habe und auch die Flüge schon gebucht sind. Und nun? Naja, es wird wahrscheinlich ein schöner Urlaub mit Stadtbesichtigung werden. Enttäuscht bin ich trotzdem...! Die Frage ist nun, ob ich mir eine Woche davor die Reise nach Zürich antue, um dort am 5i50 teilzunehmen oder doch "nur" in Linz beim Steeltownman am Start stehen werde.
Gestern fand auf der Donauinsel die Österreichische Staatsmeisterschaft über die olymp. Distanz statt. Bei Sonnenschein, leichtem Wind und 26 Grad im Schatten waren es im großen und ganzen perfekte Bedingungen. Das Wasser der neuen Donau hatte ungefähr 20 Grad und so war der Neoprenanzug verboten. Eine Tatsache, die mir momentan stark entgegenkommt. 54 Athleten stellten sich der Herausforderung und kämpften um den Staatsmeistertitel mit dabei natürlich das Who-is-who der österr. Triathlonszene.
Gleich nach dem Startsignal bildeten sich mehrere Gruppen. Durch die geringe Anzahl an Startern gab es keine nennenswerten Grausamkeiten auf den ersten Metern. Schnell fand ich ein kleines Grüppchen, wo ich einigermaßen gefordert und das Tempo trotzdem nicht zu schnell war. Diese Gruppe konnte ich über die ganze Distanz halten. Nach 27:05 und einem sehr guten Gefühl erreichte ich die Wechselzone, wo sogar noch ein paar Räder einsam auf ihre Besitzer warteten. Die Schwimmzeit ist auf den ersten Blick nicht sehr berauschend, doch auch die Topschwimmer kamen nur knapp unter 21 Minuten aus dem Wasser, was eine um etwa 300m zu lange Schwimmstrecke vermuten lässt. Als 42. konnte ich die Wechselzone mit dem Rad verlassen.
Auf den ersten Kilometern konnte ich 3 einzelne Athleten einholen und zu einer kleinen Gruppe formen, das Windschattenfahren war erlaubt. In der dritten von sieben Radrunden überholte uns die Führungsgruppe und ich versuchte sofort, den Windschatten zu finden, was mir zu Beginn nur sehr schwer gelang. Eine Runde später schloss die nächste Gruppe von hinten auf uns auf und so wuchs diese Gruppe auf etwa 20 bis 30 Fahrern an. Mit ordentlichem Tempo wurden die nächsten Runden abgespult. Als die Spitzenathleten in die Wechselzone abbogen, blieb eine Gruppe mit etwa 6 Personen übrig, die noch weiterfahren mussten. Ich versuchte das Tempo weiter hoch zu halten und schnell war auch diese Runde absolviert. Nach 57:49 stieg ich vom Rad und versuchte möglichst rasch in meine Laufschuhe zu kommen.
Die Wendepunktstrecke auf der Donauinsel ist fünf mal zu bewältigen, bevor man ins Ziel laufen darf. Voller Motivation und getrieben durch die schnellen Läufer, die schon in die zweite oder dritte Laufrunde gingen begann ich den 10km Lauf wohl ein klein wenig zu forsch. Diesen Fehler bemerkte ich etwas mehr als 4 km. Doch zu diesem Zeitpunkt war es bereits zu spät und ich war mental und auch körperlich total fertig. Nach einer kurzen Gehpause versuchte ich wieder langsam anzutraben. Nach etwa einem Kilometer hatte ich mich wieder gefangen und ich konnte wieder ein flüssiges Tempo laufen, das aber trotzdem um einiges langsamer war, als das Tempo über die ersten 4 Kilometer. Nach enttäuschenden 44:26 war auch die Laufstrecke geschafft.
Für den gesamten Bewerb benötigte ich 2:11:14 und erreichte in der Staatsmeisterschaftswertung den 37. Rang. In der Klasse M-Elite2 erreichte ich mit dieser Zeit den 14. Platz.
Ein heißer Juli steht mir ins Haus! Zwar starte ich dieses Jahr bekanntlich nicht beim Ironman Austria, dafür habe ich nun reichlich Ersatz. Durch meine Mitgliedschaft beim Team Erdinger Alkoholfrei habe ich einen Startplatz für den Ironman 5150 Zürich ergattert. Dieser wird am 9. Juli, genau einen Tag vor dem Ironman Zürich, über die Bühne gehen. Genau eine Woche später steigt dann in Berlin der TriStar 111, bei dem ich ebenfalls einen Startplatz bekommen habe. Wieder eine Woche später findet dann der Mostiman mit Vereinsmeisterschaft statt. Ich freue mich schon riesig auf diese Bewerbe. Jetzt heißt es in den nächsten Tagen, den Urlaub beantragen und die Reise samt Unterkunft organisieren.
Sowohl TriStar als auch 5150 sind sehr junge Formate. Der TriStar Berlin wird dieses Jahr zum ersten Mal ausgetragen, doch es verspricht eine richtig interessante Veranstaltung zu werden. Selbst der zweifache Ironman Weltmeistern Chris McCormack wird am Start sein. Dieser Bewerb setzt sich aus 1km schwimmen, 100km am Rad und einem abschließenden 10km Lauf zusammen. Der Ironman 5150 ist eigentlich die klassische olympische Distanz, wobei das Windschattenfahren - im Gegensatz zu ITU Veranstaltungen - ausnahmslos verboten ist.
Gestern stand mit dem Wörthersee-Triathlon in Pörtschach ein weiterer Triathlon auf meinem Wettkampfkalender. Bereits am Samstag fuhren Anita und ich nach Kärnten, um dem schlechten Wetter in Niederösterreich zu entkommen. Zwar regnete es in Klagenfurt nicht, aber es war mit max. 9 Grad auch nicht besonders warm. Glücklicherweise änderte sich dieser Zustand noch. Am Wettkampftag selber war es sonnig und mit etwa 24 Grad auch angenehm warm.
Der Wörthersee-Triathlon wurde ab 13:20 in mehreren Wellen gestartet. Ich war in der ersten Welle und hatte etwas Stress, denn der Start wurde kurzfristig um 10 Minuten nach vorne verlegt. Der Wörthersee war mit knapp 21 Grad angenehm warm, es durfte aber mit Neopren geschwommen werden. Der Start war sehr ruppig und ich wurde ordentlich durch die Waschmaschine gedreht. Bereits nach ein paar Metern war meine Schwimmbrille verrutscht und Wasser drang ein. Bei der ersten Boje musste ich auf Überlebenskampf schalten, denn auch dort musste ich viele Schläge einstecken. Erst auf der langen Geraden bis zur zweiten Boje fand ich einen guten Rhythmus und konnte wieder Plätze gut machen. Glücklicherweise ging es bei der zweiten Boje nicht mehr so rund, vorsichtshalber wählte ich aber auch einen etwas weiteren Weg. Nach 10:02 entstieg ich auf Platz 46 liegend dem See und flüchtete in die Wechselzone, wo ich mich etwas orientierungslos aus dem Neopren quälte.
Nach 1:29 Aufenthalt in der ersten Wechselzone konnte ich mich auf das Rad schwingen und auf die Hauptstraße einbiegen. Nachdem bei diesem Triathlon das Windschattenfahren erlaubt ist, schaute ich mich gleich einmal um, wo ich mich einordnen konnte. Schnell fand sich eine Gruppe zusammen, die zu Beginn leider nur sehr schlecht zusammenarbeitete. Die Gruppe wurde immer größer und irgendwann wurde auch richtig Fahrt aufgenommen. Es waren zwei wellige Runden zu bewältigen und in der zweiten Runde gesellten sich dann auch ein paar aus der nächsten Startwelle zu uns. In der zweiten Runde hatte ich nie das Gefühl, an meine Grenzen gehen zu müssen und so freute ich mich bereits auf einen tollen Lauf. Nach 28:59 waren die 20 km absolviert (Schnitt 41,3 km/h) und ich eilte mit der 49. Radzeit in die Wechselzone. Ich konnte einen relativ schnellen Wechsel hinlegen und war nach 37 Sekunden bereits auf der Laufstrecke.
Es galt eine etwa 1km lange Runde fünf mal zu bewältigen, wobei in jeder Runde auch ein paar Höhenmeter versteckt waren. Naja, ab der zweiten Runde waren diese Höhenmeter nicht mehr nur versteckt, man konnte sie deutlich spüren. Leider lief es auf der Laufstrecke nicht nach Plan, denn Seitenstechen setzte jedes mal ein, wenn die Strecke zu fallen begann... So musste ich mich leider mit der 71. Laufzeit zufrieden geben. Insgesamt benötigte ich für diese Sprintdistanz 1:02:41. Mit dieser Zeit erreichte ich leider nur den enttäuschenden 43. Gesamtrang und den 16. Platz in der Elite II.
Dass in diesem Jahr extrem viele sehr starke Athleten am Start waren zeigt der Vergleich zum Vorjahr. Mit nahezu gleicher Zeit war ich damals 16. in der Gesamtwertung und 4. in der Elite II.
Der Giro d'Italia machte in diesem Jahr Station in Österreich und hatte mit der Bergankunft auf dem Großglockner auch ein Highlight (zumindest aus österreichischer Sicht) am Programm. Im Rahmen dieses Großereignisses gab es auch ein Amateur-Rennen auf die Kaiser-Franz-Josefshöhe unter dem Motto "Fight For Pink". An dieser Radveranstaltung - es war kein offizielles Rennen, auch wenn so gefahren wurde - wollte ich unbedingt teilnehmen. Als Triathlet ist man zwar eher nicht so der Fan der steilen und langen Anstiege, aber was soll's... Etwa 1000 Gleichgesinnte starteten im "rosa Trikot" in Lienz, um für den guten Zweck, den Berg zu bezwingen. Auf den ersten Kilometern ging es noch eben dahin und ich konnte im Feld weit nach vorne fahren. Bald aber stand mit dem Iselsberg, die erste kleinere Herausforderung an. Dieser Iselsberg - mit max. 12% Steigung - trennte gleich zu Beginn die Spreu vom Weizen. Vorne wurde ordentlich Tempo gemacht und für mich war klar, dass ich dieses nicht halten kann. Also blieb mir nichts anderes übrig, als mein eigenes Tempo zu finden und dieses nach oben zu halten. In der Abfahrt fand sich dann rasch eine größere Gruppe zusammen, die bis zum Fuß des Glockners immer größer wurde. Nach 1:26:25 war Heiligenblut erreicht und damit begann der eigentliche Aufstieg. Auf den ersten Kilometern verlangte mir der Berg alles ab. Ich hatte das Gefühl, die 12% würden immer steiler werden und wünschte mir erstmals eine Kompaktkurbel oder zumindest ein größeres Ritzel am Hinterrad. Nach ein paar richtig steilen Kilometern folgte eine kurze Abfahrt, auf der ich mich gut erholen konnte und dann ging es in Richtung Kaiser-Franz-Josefshöhe. Hier war die Steigung sehr gemäßigt und ich fühlte mich wieder viel besser als zuvor. Doch ab dem Glocknerhaus zeigte sich der Berg noch einmal von der unbarmherzigen Seite. Auf den letzten 2,5 Kilometern waren Rampen bis 17% zu bezwingen. Nach 2:50:01 konnte ich das Ziel als 110. erreichen.
Ein großes Lob an den Veranstalter, der wirklich an alles gedacht hat. Vom Kleidertransport über die Verpflegung bis hin zum Rücktransport für Sportler war alles perfekt organisiert.
Hier ein paar Impressionen vom Veranstalter:
Am nächsten Tag erlebte ich den Start zur nächsten Etappe in Lienz und im Anschluss ging es dann zum Monte Zoncolan, um die Bergankunft mit Rampen bis zu 23% mitzuerleben. Die Stimmung am Zoncolan war mit dem Glockner in keinster Weise zu vergleichen. Die Italiener machten aus dem Giro ein Volksfest und schätzungsweise 40.000 Fans folgten dem Aufruf. Es wurde ein unvergleichliches Spektakel geboten, auch wenn es ziemlich abrupt mit einem Gewitter, Hagel und anschließendem Dauerregen endete...
Nach dem verpatzten Saisonauftakt letzte Woche in Ober-Grafendorf war die Spannung vor dem Linz Triathlon umso größer. Nachdem ich diesen Bewerb zum ersten Mal in Angriff nahm, hatte ich weder eine Richtzeit, noch kannte ich die Strecke. Die Schwimmstrecke im Pleschinger-See über 750m hatte - wie erwartet - keine nennenswerten Höhenmeter und das Wasser war mit knapp 18 Grad auch angenehm warm. Knapp 400 Athleten stürzten sich gemeinsam mit mir in die Fluten und ruderten wild drauf los. Glücklicherweise konnte ich mich aus den gröbsten Schlägereien heraushalten und fand relativ rasch mein Tempo. Auch bei den Bojen hatte ich kein Problem, die innere Bahn zu schwimmen. Nach 12:11 hatte ich wieder festen Boden unter den Füßen und lief als 46. in die Wechselzone. Der Weg in die Wechselzone ist bei diesem Bewerb relativ lang und dadurch erklärt sich auch die lange Wechselzeit von 1:53.
Kurz nach der Wechselzone folgt dann gleich das erste Hindernis. Der Donaudamm muss mit dem Rad erklommen werden. Hört sich zwar nicht wild an, schließlich sind es nur 3-4m Höhenunterschied, doch mit der großen Scheibe, keinem Schwung, barfuß auf den Schuhen und mit einem Athleten vor einem, der nicht ins Pedal findet, kann es zum Problem werden. Es folgte ein kurzes Stück am Donaudamm, bevor die Strecke in die B3 einbog. Auf der Bundesstraße war ich nahezu alleine unterwegs. Hin und wieder überholte ich einen Athleten, aber das war dann auch schon alles. Der Druck auf das Pedal stimmte. Nach etwa 10 Kilometern fuhr dann eine größere Gruppe auf mich auf und überholte mich. In dieser Gruppe wurde scheinbar das Windschattenverbot nicht ganz so ernst genommen. Es gelang mir, an dieser Gruppe dran zu bleiben - natürlich unter Einhaltung sämtlicher Windschattenregeln. Auf dem nun folgenden Anstieg hatte ich einen etwas zu großen Gang gewählt, den ich aber trotzdem bis hinauf wuchtete. Es folgte eine kurze Abfahrt, die aber sehr schön zu fahren war und schon waren wir wieder am Rückweg zur Wechselzone. Für die 25 km benötigte ich 39:58 (36,02 km/h Schnitt).
In der Wechselzone erfuhr ich, dass mein Vereinskollege Hannes Schirmann etwa 30 Sekunden vor mir platziert war. Sofort überlegte ich mir eine passende Taktik, um an ihm vorbei zu ziehen. Ich wollte nach 2-3 Kilometern das Loch zugelaufen haben und anschließend schauen, was noch in mir steckt. Zu Beginn des Laufes schien diese Taktik auch aufzugehen. Langsam arbeitete ich mich nach vorne. Ich konnte ihn sogar schon sehen. Doch plötzlich bekam ich fast keine Luft mehr. Ich musste mein Tempo deutlich zurücknehmen. Als mir Hannes bei der Wende entgegenlief, versuchte ich besonders locker auszusehen, um ihm eventuell doch noch den Zahn zu ziehen, doch auch dieser psychologische Trick zeigte keine Wirkung. Nach insgesamt 1:15:22 erreichte ich als 38. das Ziel.
Ich wusste bereits im Vorfeld, dass ich beim Schwimmen das eine oder andere technische Problem noch auszumerzen habe. Auch mit dem Lauf bin ich nicht ganz zufrieden, schließlich hätte ich mit ausreichend Luft deutlich schneller sein müssen. Aber was soll's? Für eine erste Formüberprüfung war es schon ganz ordentlich.